.Fünf Fragen an Shubangei von The Maxons
Nach dem fetten Gig von Shubangei & The Maxons bei NuSoulCity im Mai (siehe Review) bin ich neugierig geworden und habe mal nachgefragt:
1. Du bist Sängerin und aber auch Rapperin. Warst du immer schon beides oder folgte eines dem anderen?
Shubangei: Ich bin in allererster Linie Sängerin. Ich habe als Kind angefangen zu singen, habe mit 13 meine erste Funk- und Soulband gegründet und in verschiedensten Projekten gesungen. Ich hab schon immer viel Soul- und Rapmusik gehört. Doch 2007 lernte ich die Jungs von den Münsteraner Crews „Daily News” / „Will Rap 4 Food” kennen und war ab dem Zeitpunkt unmittelbar mit Rap umgeben und ein Teil davon. Mein Partner Azudem SK ist unter anderem auch Rapper. Ich denke, dass mich das sehr beeinflusst und inspiriert hat. Außerdem probiere ich mich gerne aus. So kam es, dass ich bei „Shubangei & The Maxons” auch mal rappe. Gesang und Rap liegen gar nicht so fern auseinander. Rap kann man auch mit Sprechgesang übersetzen.
xiu: Was machst du lieber: singen oder rappen?
Shubangei: Singen. Das ist das was ich am besten kann und womit ich mich am wohlsten fühle. Singen ist meine Leidenschaft.
2. Deine bzw. eure Songs sind bisher alle auf Englisch. Hast Du schon mal überlegt, auf Deutsch oder vielleicht sogar auf Tamil zu schreiben?
Shubangei: Ich habe eine Verbindung zu allen drei Sprachen: Englisch, Deutsch und Tamilisch. Ich habe Familie in Sri Lanka, England und Deutschland. Ich glaube der Grund warum ich am meisten auf Englisch texte ist, dass Englisch das bindende Glied zwischen allen drei Sprachen und Kulturen ist. Meine ersten Songtexte waren auf Deutsch, dann habe ich sehr viel tamilische Musik gehört und gesungen. Irgendwann mit 16, 17 habe ich angefangen überwiegend auf Englisch zu schreiben. Ich kann mir auch durchaus vorstellen für „Shubangei & The Maxons” Songs mit Deutschen oder Tamilischen Text zu schreiben. So wie es eben kommt.
3. Laut Facebook lebst Du momentan in London. Wie bleibst du mit deiner Band im Groove?
Shubangei: Ich habe vor Kurzem ein Jahr in London gelebt und es hat alles wunderbar geklappt! Mit den Maxons bin ich regelmäßig durch telefonieren und Emails in Kontakt geblieben. Für Konzerte plus Proben bin ich auch mal rüber geflogen. Ich wollte auf keinen Fall, dass das auseinander geht. Und es ist nicht auseinandergegangen. Wir sind gut organisiert (Dank Lorenz unserem Gitarristen), tauschen uns regelmäßig aus und das Wichtigste- wir sind inzwischen sehr gute Freunde geworden. Der Vibe stimmt einfach!
xiu: Wie entstehen eure Songs überhaupt?
Shubangei: Alex, unser Bassist baut Beats an MPC und PC. Diese sind meistens die Grundlage fürs Songwriting. Ich texte da was drauf, finde eine Gesangsmelodie und stelle es der Band vor. Dann beginnt das große Jammen und nach und nach entsteht ein Song. Oder wir jammen direkt los ohne einen Beat als Grundlage zu haben. Freddy, unser Keyboarder produziert die Songs hinterher und ist für das Recording zuständig. Wir sind eine neunköpfige Band und jeder Einzelne bringt viele verschiedene Einflüsse und Ideen mit. Das ist viel Wert und genau das macht unseren Sound aus.
xiu: Also, du kommst ja aus Sri Lanka, bist aber in Münster aufgewachsen und jetzt – London. Wo bist du am liebsten? Oder wärst du vielleicht sogar gerne ganz woanders?
Shubangei: Das ist witzig, dass du das fragst. Genau die gleiche Frage habe ich mir vor ein paar Tagen selbst gestellt. Ich war erst vor 4 Wochen in Sri Lanka und danach direkt wieder in London und jetzt bin ich seit einem Tag wieder in Münster. Die Unterschiede zwischen diesen drei Orten könnten nicht größer sein. Doch zu Hause fühle ich mich an allen drei Orten. Wenn ich mich für eine Heimat entscheiden müsste, wäre es Münster. Hier leben meine engste Familie, mein Lebensgefährte und meine besten Freunde. Dazu zähle ich auch die Band. Ich sehe es als großes Geschenk an, dass ich mit drei verschiedenen Kulturen aufgewachsen bin. Ich hab dadurch viel erlebt, gelernt und verinnerlicht. Ich wäre nicht so wie ich bin, ohne diese ganzen Einflüsse.
4. Ihr habt als Shubangei & The Maxons schon ziemlich viele Gigs gespielt. Gab es ein besonderes Highlight?
Shubangei: Das ist eine schwierige Frage. Wir sind in den letzten Monaten viel rumgekommen und hatten ´ne Menge Spaß. London war fett, weil das unser erster Gig außerhalb Deutschlands war. Das war für alle recht aufregend! Aber ich glaub die witzigste Fahrt war unsere Tour nach Hamburg und Hannover! Das Publikum war fett, wir wurden voll lieb aufgenommen, es war sonnig und warm. Einfach gut! Das Highlight für uns, Freunde und Fans kommt aber erst noch! Wir bringen im Oktober 2011 unsere erste EP raus und das wird natürlich in Hometown Münster mit einen deftigen Konzert gefeiert!!! Watch out…!
5. Welche 5 nationalen Künstler/Bands sollte man sich unbedingt mal reinziehen?
1. Daily News (Münster), weil diese Münsteraner Jungs mich sehr geprägt haben. Deutscher Rap aus meiner Heimatstadt Münster!
2. Azudem Sk (Münster) , weil sein Rap mich jedes Mal umhaut. Sehr berührend, ehrlich, selbstkritisch und charismatisch. Auch aus Münster.
3. North (Berlin), weil Astrid North es jedes Mal schafft, mir mit ihrer Stimme eine Gänsehaut zu verschaffen.
4. Symbiz Sound (Braunschweig), weil sie mitreißende, Dubstep beeinflusste Musik machen. Sehr energetisch und tanzbar. Mein Lieblings- Soundsystem aus Deutschland!
5. Carmen Brown (Wuppertal), weil Sie eine Bombenstimme hat und eine unglaubliche Energie auf der Bühne. Ich mag selbstbewusste Frauen wie sie!