.Album Review: Fetsum – The Colors Of Hope
Nachdem Fetsum bereits am Release-Tag seines Albums “The Colors of Hope” auf Platz 2 in den iTunes RnB und Soul Charts eingestiegen ist, wurde es langsam mal Zeit, eine Review zu schreiben. Ich freue mich eigentlich schon seit einem Jahr drauf und freue mich wahnsinnig, dass er mit dem Sonar Kollektiv ein Label gefunden hat, das an Fetsum und seine Musik glaubt.

Das Album “The Colors of Hope” ist zwar in iTunes unter RnB/Soul kategorisiert, ist aber eigentlich alles andere als das. Der Begriff Weltmusik würde das Album wohl am ehesten beschreiben. Fetsum nennt es selbst “Urban Folk”. Zu hören sind Folksoul über Blues bis hin zu Psychadlic Raga Rock mit diversen karibischen Rythmen und afrikanischen Elementen, die vereinzelt und teils vereint auf insgesamt 11 Albumtitel platz finden. Mit sowohl gesellschafts-politischen als auch intimen Texten überbringt Fetsum eine klare, positive Message. Musikalisch und thematisch besinnt sich er auf die späten 60er und frühen 70ern. Dabei fühlt sich das Album überhaupt nicht nach retro an, sondern bringt einen retro Gedanken in die heutige Zeit.
Wie, immer ist es schwer die Songs nach der UO-Regel für Albumrezensionen “3 Lieblingssongs und einer, der nicht unbedingt sein muss” vorzustellen, aber so sind nun mal die Spielregeln.
Nr 1: Divided By Thoughts (Track 5)..
..ist der pychodelischste Song auf dem Album und hat seine ganz eigene Stimmung mit wenig Lyrics und viel Platz zum selber Denken. Läuft man mit diesem Song auf den Ohren durch die Stadt, fallen einem Dinge auf, die man normalerweise nicht wahrnimmt. Hört man ihn allein auf der Couch, versinkt man in einen fast tranceähnlichen Zustand. Ein Song der süchtig macht und gerne auch noch mal drei Minuten hätte länger sein können. Meine Nummer 1!
Nr 2: Emotional Android (Track 4)..
..passt wunderbar zur gerade eingebrochenen Sommerstimmung. Ein Song, den sogar Bob Marley nicht hätte besser umsetzen können. Ein leicht eingänglicher Reggaetune mit einem gewissen Maß an erhobenem Zeigefinger. Zeitlos und authentisch.
Nr 3: Say Who You Are (Track 1)..
..fängt ein bisschen an wie ein alter Western wird dann aber zu einem der schönsten Folksoul Songs, die ich seit langer Zeit gehört habe mit einem sehr hohen Ohrwurmfaktor und einer mitreißenden Dramautugie. Für mich persönlich untypisch, dass ich einen Song wie diesen in meine Top 3 wähle, aber auch ich lass mir hin und wieder die Augen soweit öffnen, dass ich ein wenig weiter über den Tellerrand hinausschaue.
Nr 0: Queen Of My Heart (Track 10)..
..ist leider der Song, an den ich mich am wenigsten erinnere und bei dem ich zwischendurch meine Konzentration verloren habe. Sicherlich liegt es daran, dass der Song so persönlich ist, dass ich mich nicht angesprochen fühle. Aber abgesehen davon, ist es eine wundervolle Ballade, die Streckenweise an Songs erinnert, die man von einem Prince erwarten würde.
Fazit: The Colors Of Hope ist definitiv keine leicht verdauliche Platte auf die man sich auf jeden Fall erst mal einlassen muss, um sie komplett zu begreifen. Hat man sich aber darauf eingelassen, wünscht man sich, der letzte Song würde nie mehr zu Ende gehen.
Der einzige Kritikpunkt ist also: es sind zu wenig Songs auf dem Album!
Mit ziemlicher Sicherheit wird dieses Album in meine all time favorite Top 10 Liste der Alben – die ich am Stück höre ohne zu skippen – eingehen. Kaufen, nicht kopieren!