.Album Review: Mic Donet – Plenty Of Love
Mic Donet‘s “Plenty Of Love”
ist für mich ein wirklich überraschendes Album. Nicht weil, ich eine andere Qualität erwartet hätte, sondern weil ich bei jedem Anhören andere Favoriten habe. Songs, die ich Anfangs für “mein Ding” gehalten habe entpuppen sich am Ende dann doch als weniger geil als die Songs, die ich anfangs “überhört” habe. Das macht es mir diesesmal wirklich schwer, nach meiner UO-Regel für Album Reviews vorzugehen:
3 Lieblingssongs und einer, der nicht unbedingt sein muss!
Aus diesem Grund werde ich heute einmal etwas anders vorgehen – und zwar werde ich die ersten fünf Songs aus dem Album vorstellen.
Track 1: Plenty Of Love..
..der Song trägt den selben Namen wie das Album – oder umgekehrt. Und das wohl nicht ganz ohne Grund. Ich weiß nicht, ob die originale Titelreihenfolge der Demoauflage von vor 4 Jahren so beibehalten wurde, aber dieser Song leitet das Album perfekt ein.
“Here I go, here I stand. Those who thought that I would give up – here I am…” ist quasi ein Abrechnung mit allen, die ihm den langen Weg zum Release schwer gemacht haben.
“I will hold on, I’ll proceed. Who can stop the music running through those veins?” ..ist rückblickend gesehen, der Beweis dafür, dass der Mann hält, was er verspricht. Nach vier Jahren, etlichen Absagen, eineinhalb Casting-Shows und einer Support-Tour für The Voice Gewinnerin Ivy Quainoo ist heute endlich sein zweites Album auf dem Markt!
Musikalisch ist mir der Song fast schon ein wenig zu pompös, aber er ist definitiv ein Intro mit Ansage!
Track 2: Pray 4 Rain..
..ist eines dieser Überraschungssongs. Beim ersten mal Hören wäre ich fast nicht über die ersten 20 Sekunden gekommen, weil mich die Strings schon etwas irritiert haben. Wenn dann aber der Beat einsetzt, wird man definitiv neugierig und hört genauer hin. Der Titel “Pray 4 Rain” lässt schon mal vermuten, dass der Song einen gewissen Charity-Charakter vermittelt. Und tatsächlich hat der Song von der Thematik und Dramatik her einen Touch von den “Heal The World, They Don’t Care About Us und Earth Songs” dieser Welt.
Track 3: Half A Man..
..tja, bei “Half A Man” dachte ich eigentlich, dass er meine Nr. 1 sein würde. Das liegt zum einen natürlich an der Story aber vor allem an dieser Version in zwei Teilen aus dem Jahre 2009, welches ich bereits diverse Male in diesem Blog gepostet habe. (Nachtrag: die Videos wurden leider über Nacht gelöscht! Hier gibt es ein ähnlich gutes Video auf der Universal-Page)
Bei der Album-Version bin ich allerdings mehr als unentschlossen. Die Klavier – Saxophon -Kombi ist mir eine Ecke zu verpoppt und hängt zeitlich irgendwo in späten den 80ern fest. Die Orgelflächen, die hin und wieder mal zu hören sind, fühlen sich an, wie der Versuch wieder etwas mehr Soul in den Song zu bringen. Und doch erinnert mich der Song streckenweise an meine lieblings Anthony Hamilton Balladen.
Ich glaube, was mich am meisten stört, ist das Saxophon. Sorry!
In der Video-Live-Version ist “Half A Man” mein absoluter Lieblingssong. Die Albumversion leider nicht.
Track 4: Travel These Streets..
..ebenso eine Überraschung. Zunächst gar nicht aufgefallen und am Ende der Song mit dem größten Ohrwurm Faktor und einem der schönsten Bridges der Welt. Für meinen Geschmack sind allerdings die Streicher ein büschn zu prominent, aber da lässt sich drüber weghören. Wahrscheinlich aber mein Lieblingssong auf dem Album. Hier findet ihr eine unfassbar krasse Live-Version. Meine Nr. 1 auf dem Album.
Track 5 Losing You..
..ermm.. ich weiß ja nicht?! “Losing You” ist die aktuelle Single von Mic Donet. Könnte aber auch gut die Titelmusik eines 80er Stallone Streifens sein. Ich würde mich an dieser Stelle gerne enthalten, da ich die Album-Version irgendwie nicht so wirklich fühle. Schade eigentlich, dabei ist “Losing You” ein wirklich wunderschöner Song. Derbes Songwriting und über Mic’s Stimme braucht man gar nicht erst anfangen zu reden. Besonders gut gefällt mir aber diese Version, die zusammen mit dem Gitarristen Jonathan Werner im Radio Hamburg Studio entstanden ist:
Schööön oder? Ich könnte mir das Video den ganzen Tag angucken!! Das schönste Beispiel dafür, dass weniger manchmal mehr ist.
Fazit:
“Plenty Of Love”
ist ohne Frage ein sehr gutes Album mit starken Songs. Dass ich persönlich die musikalische Umsetzung nicht ganz optimal finde, ist reine Geschmackssache. Im Gegensatz zu der eher roughen ersten Platte “Stille Wasser” ist mir die Produktion etwas zu glatt und ein bisschen over the top. Im Vergleich zu den diversen Live-Versionen wirken die Songs auf dem Album um einiges kälter als in ihrer puren Essenz.
Trotz meiner Meckerei ist und bleibt Mic Donet ein großartiger Künstler, dessen Album auf jeden Fall gekauft werden sollte!!!
| CD | MP3 |
|---|---|
Tracklist
1. Plenty Of Love
2. Pray 4 Rain
3. Half A Man
4. Travel These Streets
5. Losing You
6. What A Night
7. Someday
8. Fly
9. Going Insane
10. Sunrise / Walk On